Zu wenig Gehalt, mangelnde Entwicklungsmöglichkeiten, schlechte Führung: Gründe für einen Jobwechsel gibt es viele. Doch nicht immer löst ein neuer Arbeitgeber das eigentliche Problem. Gerade für erfahrene Fach- und Führungskräfte kann es sich lohnen, bei der beruflichen Neuorientierung auch andere Karriereoptionen in Betracht zu ziehen.
Warum Beschäftigte ihren Arbeitgeber wechseln
Was bringt Menschen dazu, ihren Arbeitgeber zu verlassen? Die aktuelle Randstad Employer Brand Research 2026 liefert dazu interessante Zahlen. Für die Studie wurden in Deutschland 4.331 Personen befragt.
Wie PERSONALintern berichtet, stehen eine zu niedrige Vergütung und der Wunsch nach einer besseren Work-Life-Balance weiterhin ganz oben auf der Liste der Wechselgründe. 40 % nennen das Gehalt, 30 % die Work-Life-Balance. Es folgen ein negatives Arbeitsumfeld mit 27 %, mangelnde Karrieremöglichkeiten mit 26 % und ein schlechtes Verhältnis zum Management mit 25 %.
Bemerkenswert ist dabei nicht nur die Rangfolge. PERSONALintern fasst die Entwicklung so zusammen: „Führung und Karriereperspektiven [werden] wichtiger.“
Was erwarten wir eigentlich vom nächsten Job?
Mehr Geld, mehr Zeit für das Privatleben, ein besseres Arbeitsumfeld, Entwicklungsmöglichkeiten und gute Führung: Hinter den fünf häufigsten Wechselgründen stehen unterschiedliche Bedürfnisse. Gemeinsam ist ihnen jedoch eines: Beschäftigte wünschen sich bessere Rahmenbedingungen für ihre Arbeit.
Ein Arbeitgeberwechsel kann diese bieten – garantiert ist das allerdings nicht. Ein höheres Gehalt lässt sich vor Vertragsabschluss vereinbaren. Ob Unternehmenskultur, Führung oder tatsächliche Gestaltungsspielräume den eigenen Vorstellungen entsprechen, zeigt sich häufig erst später.
Auch der Wunsch nach einer besseren Work-Life-Balance lässt sich nicht allein auf weniger Arbeitsstunden reduzieren. Für viele Menschen spielen Flexibilität, Eigenverantwortung und die Möglichkeit, das eigene Berufsleben stärker zu gestalten, eine wichtige Rolle.
Gerade nach vielen Jahren im Berufsleben lohnt es sich deshalb, die Frage weiter zu fassen: Geht es tatsächlich um einen anderen Arbeitgeber – oder um eine andere Form des Arbeitens?
Der nächste Karriereschritt muss kein neuer Job sein
Wer sich beruflich verändern möchte, denkt meist zunächst an einen Jobwechsel. Stellenportale werden durchsucht, Kontakte aktiviert, Bewerbungen geschrieben. Doch mit zunehmender Berufs- und Führungserfahrung gibt es eine weitere Option: die eigene Erfahrung nicht mehr für den nächsten Arbeitgeber einzusetzen, sondern für ein eigenes Unternehmen.
Selbstständigkeit bedeutet, unternehmerische Entscheidungen selbst zu treffen, eigene Ziele zu verfolgen und den beruflichen Alltag stärker selbst mitzugestalten. Sie bedeutet allerdings auch Verantwortung, wirtschaftliches Risiko und gerade in der Aufbauphase häufig einen hohen persönlichen Einsatz. Wer vor allem ein garantiertes Einkommen, fest definierte Arbeitszeiten und möglichst wenig unternehmerisches Risiko sucht, wird deshalb nicht automatisch in der Selbstständigkeit glücklicher.
Die zentrale Frage lautet eher: Passt unternehmerische Selbstständigkeit zu meinen persönlichen Zielen, Fähigkeiten und Erwartungen?
Selbstständig mit Franchise – selbstständig, aber nicht allein
Eine Selbstständigkeit muss nicht zwangsläufig mit einer eigenen Geschäftsidee beginnen. Franchise bietet die Möglichkeit, mit einem bereits erprobten Geschäftsmodell zu starten.
Franchisenehmer profitieren dabei je nach System beispielsweise von einer etablierten Marke, erprobten Prozessen, Schulungen, Marketingkonzepten sowie auch den Erfahrungen des Franchisegebers und anderer Franchisepartner. Gerade für Quereinsteiger kann das den Einstieg in eine neue Branche erleichtern.
Im Gegenzug gibt ein Franchisenehmer einen Teil seiner unternehmerischen Freiheit ab, denn Vorgaben des Franchisegebers müssen eingehalten werden, für die Nutzung des Systems fallen in der Regel Gebühren an und auch ein bewährtes Konzept muss keine Garantie für wirtschaftlichen Erfolg sein.
Franchise ist deshalb weder der bequemere Job noch Selbstständigkeit ohne jegliches Risiko. Es ist eine Form des Unternehmertums mit anderen Voraussetzungen als eine klassische Neugründung.
Welches Franchise passt zu mir?
Wer sich erstmals mit Franchise beschäftigt, stößt schnell auf eine verwirrende Vielzahl sehr unterschiedlicher Systeme und Branchen. Ein bekanntes Konzept ist aber nicht automatisch das richtige Konzept.
Entscheidend ist die persönliche Passung: Welche Erfahrungen und Fähigkeiten bringen Sie mit? Wie möchten Sie künftig arbeiten? Welche Rolle möchten Sie als Unternehmer ausfüllen? Wie viel können und wollen Sie investieren? Und welche wirtschaftlichen Ziele verfolgen Sie?
Genau hier setzt die Beratung von FranNet an. Die FranNet-Experten betrachten gemeinsam mit Ihnen Ihre berufliche Erfahrung, Ihre Fähigkeiten, Interessen und Ziele und prüfen, welche Franchise-Geschäftsmodelle dazu passen könnten. Dabei geht es nicht darum, Sie von einer Selbstständigkeit zu überzeugen. Zunächst geht es darum, fundiert herauszufinden, ob Franchise für Ihren nächsten Karriereschritt die richtige Option sein kann.
Fazit: Jobwechsel oder beruflicher Perspektivwechsel?
30 % der Beschäftigten würden für eine bessere Work-Life-Balance den Arbeitgeber wechseln. Andere suchen mehr Entwicklungsmöglichkeiten, ein besseres Arbeitsumfeld oder eine andere Führungskultur.
Ein neuer Arbeitgeber kann die richtige Antwort darauf sein. Aber nicht die einzige.
Wer über eine berufliche Veränderung nachdenkt, kann die Gelegenheit nutzen, die eigene Karriereplanung grundsätzlich zu hinterfragen – und dabei auch eine Selbstständigkeit mit Franchise prüfen.
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Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verwenden wir in diesem Beitrag das generische Maskulinum. Weibliche und anderweitige Geschlechteridentitäten sind dabei ausdrücklich mitgemeint, soweit es für die Aussage erforderlich ist.
